Ausrüstung

Im Gegensatz zu einem Piloten in einem gewöhnlichen zivilen Flugzeug, trägt ein Militärpilot eine beträchtliche Menge an Ausrüstung mit sich, um sich, speziell in Notsituationen, bestmöglich schützen zu können. Die gesamte Ausrüstung ist feuerfest und wird in regelmässigen Intervallen durch die Logistikmitarbeitenden der Armee geprüft, bei Bedarf repariert, angepasst und immer wieder verbessert. Einige Ausrüstungsgegenstände sind speziell auf den Piloten angepasst, um den Tragekomfort bei langen Einsätzen zu erhöhen und den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Nachfolgend stellen wir Ihnen die Hauptbestandteile unserer momentanen Ausrüstung vor.

Fliegerkombi, Jacke und Pilotenstiefel

In dieser Konstellation sind wir eigentlich tagtäglich unterwegs, auch bei Bodenarbeiten usw. Das Fliegerkombi besteht aus nur einem Teil und gehört zu einem Militärpiloten wie der Tarnanzug zu einem Soldaten.

Insbesondere bei Flügen über die Alpen oder unbewohntem Gelände fliegen wir häufig mit einer Jacke, um uns bei einem Ausstieg aus dem Flugzeug gegen die Witterung zu schützen. Die Innenseite der Pilotenjacke ähnelt einer orangen Leuchtweste um uns für Suchtrupps bestmöglich sichtbar zu machen.

Aber warum fliegen wir die ganze Zeit mit Stiefeln und nicht mit bequemeren Turnschuhen? Im Falle eines Helikopterpiloten ist man teils auch in unwegsamen Gelände unterwegs (Gebirge, Wälder usw) und dank den Stiefeln ist auch dort ein sicherer Tritt gewährleistet. Denkt man ausserdem an den Fall eines Absprunges aus dem Flugzeug über den Alpen, tut man gut daran mit richtigen Schuhen unterwegs zu sein. Auch bei der Landung mit dem Fallschirm wird die Verletzungsgefahr damit verringert.

Überlebensweste, Handschuhe und Fallschirm

Starker Brand oder ein unkontrollierbares Flugzeug, der Absturz ist nicht mehr zu vermeiden? => BAIL OUT!

Der gezwungene Ausstieg aus dem Flugzeug gehört wohl zum Horrorszenario eines jeden Piloten. Um auch in einem solchen Fall eine Chance zu haben, rüsten wir uns mit zusätzlichen Flugeffekten aus.

Bevor wir uns zum Apron und unseren bereitgestellten Flugzeugen begeben, legen wir bei der Garderobe einen Zwischenstopp ein und schnappen uns, nebst anderen Utensilien, die persönliche Überlebensweste und die Handschuhe. Die Überlebensweste enthält eine Schwimmweste und enorm viele weitere Sachen, welche zum Überleben im Gelände notwendig sind. Auch an einem Notsender mangelt es nicht. Die Handschuhe dienen als Feuer- und Kälteschutz an den Händen und sind vor allem zu Beginn eine Umstellung zum Fliegen. Spätestens nach drei bis vier Flügen hat man sich aber auch daran gewöhnt. Um im Ernstfall die Ausrüstung optimal zu nutzen, besucht jeder Militärpilot in regelmässigen Intervallen Überlebenskurse und Weiterbildungen.

Kaum sitzen wir im Cockpit, beginnen wir mit dem Anschnallen des Fallschirms. Es empfiehlt sich, dafür die notwendige Zeit zu nehmen und den korrekten Sitz aller Schlaufen zu kontrollieren, im Ernstfall bleibt dafür keine Zeit mehr. Der Fallschirm in der PC-7 hat nichts mit einem Schleudersitz zu tun. Als letzte Option, wenn ein Absturz nicht mehr verhindert werden kann, steigt man aus dem Flugzeug aus. Der Fallschirm wird nach dem Absprung aus dem Flugzeug manuell geöffnet.

Helm

Bevor wir das Dach des PC-7 schliessen, ziehen wir zu guter Letzt den Helm an. Ein Zeichen dafür, dass es langsam aber sicher losgeht. Der Helm wird für jeden Piloten angepasst um Druckstellen zu eliminieren, schliesslich trägt man ihn danach fast täglich für mehrere Stunden. Zusätzlich wird an den Helm das OMARA angeschlossen. Das OMARA ist ein speziell angepasster Gehörschutz an das Innenohr, welcher unter dem Helm getragen wird. Dadurch wird der Lärmpegel auf ein Minimum reduziert, dies bei gutem Tragekomfort auch nach langen Flügen. Durch integrierte Lautsprecher und den Anschluss an den Helm, wird der Flugfunk aber trotzdem perfekt verstanden. Somit wird ein Gehörschaden durch lauten und langanhaltenden Lärm auch nach x-tausend Flugstunden verhindert.

Bei Flügen in niedrigen Höhen wird vorwiegend mit dem Bügelmikrofon geflogen. Das sieht etwa so aus wie bei einem normalen Headset in einem zivilen Sportflugzeug. Bei Einsätzen in grosser Flughöhe wird das Bügelmikrofon durch die Sauerstoffmaske ersetzt, um einen Sauerstoffmangel des Piloten zu verhindern.

Am Helm, welcher im PC-7 getragen wird, sind zwei Visiere angebracht. Eines davon ist hell, das andere verdunkelt. Das helle Visier wird bei Flügen mit düsteren Lichtverhältnissen getragen, das Dunkle bei grellen Lichtverhältnissen. Zusätzlich schützt das Visier die Augen des Piloten bei Vogelschlag. In Militärflugzeugen ist man häufig in niedrigen Höhen bei hohen Geschwindigkeiten unterwegs und die Gefahr von Vogelschlag ist nicht zu unterschätzen. Nicht selten haben Vögel beim Aufprall auf die Scheibe des Flugzeuges diese komplett zerstört.