Pilatus PC-7

Weil wir seit längerem die erste Pilotenklasse sind, welche gleich nach der Selektion eine halbjährige Grundausbildung auf der PC-7 geniessen darf, stellen wir Ihnen dieses Arbeitsgerät gerne etwas näher vor.

Die PC-7 wird von der Firma Pilatus noch heute, in verschiedenen Versionen, auf dem Flugplatz Buochs in der Zentralschweiz hergestellt. Wegen ihrer vielfältigen Einsatzgebiete, der ausgezeichneten Flugleistungen und dem angenehmen Flugverhalten, zählen weltweit verschiedenste Luftwaffen und auch zivile Operateure auf dieses Flugzeug. Nachfolgend wird der Einsatz der PC-7 bei der Schweizer Luftwaffe genauer erläutert und das Flugzeug vorgestellt.

Grundsätzlich verwendet die Schweizer Luftwaffe den PC-7 vorwiegend für die militärische Grundausbildung aller Militärpiloten, für die Weiterausbildung der angehenden Jet-Piloten, als Verbindungsflugzeug und als Botschafter der Luftwaffe im PC-7 Team. Auch ein Teil der Pilotenselektion wird im Simulator und zuletzt auch auf dem richtigen Flugzeug durchgeführt.

Grundausbildung

Zu Beginn der Pilotenausbildung erlernt jeder Anwärter das Handwerk des VFR-Fliegens (Fliegen nach Sichtflugregeln). Dank des ausgeprägten Einsatzspektrums dieses Flugzeugs können problemlos Navigations-, Geografie-, Akrobatik-, Formations- und Nachtflüge geschult werden.

In einer späteren Phase geht man step-by-step in das IFR-Fliegen (Fliegen nach Instrumentenflugregeln) über. Dank dem Glascockpit und der eingebauten Navigationssysteme können fast alle militärischen und zivilen IFR-Verfahren trainiert werden. Nur bei prognostizierten Vereisungsbedingungen ist Vorsicht geboten, da das Flugzeug für diesen Einsatz nicht zertifiziert ist.

Parallel zu diesen Ausbildungsblöcken werden regelmässig Ausbildungsflüge im Simulator absolviert. Hierbei geht es vor allem darum, alle möglichen Pannen und Systemausfälle zu trainieren und die Basics des PC-7-Fliegens (Checks und Procedures) in der Praxis anzuwenden.

Weiterausbildung für angehende Jet-Piloten

Vor der Umschulung auf den noch leistungsfähigeren und weitaus komplexeren PC-21, absolvieren angehende Jet-Piloten eine weitere Ausbildungsphase auf dem PC-7. Die Ausbildungsthemen sind grösstenteils dieselben wie in der Grundausbildung, jedoch werden gewisse Bereiche vertiefter geschult und komplexere Missionen geflogen.

PC-7

Angetrieben wird die PC-7 von einer Pratt & Whitney Turbine mit 550 PS. Je nach Bedingungen (Wind, Temperatur, Luftdruck, Gewicht, Art der Mission, Flugplatz etc.) wird mit voller Turbinenleistung geflogen. Wenn immer möglich wird aus Lärmgründen und zum Schonen der Turbine jedoch nur mit gedrosselter Leistung geflogen (450 PS). Die Vorteile eines Turboprop-Flugzeuges sind die Kombination des Propeller- und des Turbinenantriebes. Dies resultiert in relativ kurzen Start- und Landedistanzen und in guten Leistungswerten bei Einsätzen in grösserer Höhe.

Bei Akrobatikflügen treten selbstverständlich Beschleunigungskräfte auf. Mit einer G-Range von -3g bis +6g können mit der PC-7 allerdings die meisten Kunstflugfiguren problemlos bestritten werden. Die minimale Geschwindigkeit mit ausgefahrenen Landeklappen und Fahrwerk beträgt etwa 64 Knoten, die Maximale bei etwa 270 Knoten. In der Regel fliegen wir mit einer Reisegeschwindigkeit von etwa 180 Knoten, um einen guten Kompromiss zwischen Leistung, Treibstoffverbrauch und Verschleiss der Turbine zu erlangen.

Das Cockpit der PC-7 der Schweizer Luftwaffe wurde im Jahre 2008 zu einem Glascockpit modernisiert, was vorallem für den Instrumentenflug erhebliche Vorteile mit sich bringt. Das strukturierte Layout und die gute Übersicht ermöglichen auch in hektischen Situationen effizientes Arbeiten und machen die Arbeit des Piloten angenehmer. Zentral, direkt vor dem Piloten, liegt das Primary flight display, welches die wichtigsten Flugparameter visualisiert und somit das Hauptinstrument darstellt. Direkt rechts davon liegen diverse Motoreninstrumente, welche zum Überprüfen und dem Einstellen von allen Turbinenwerten dienen. Neben weiteren Instrumenten, wie zum Beispiel dem Secondary flight display, und Systemen, etwa einem GPS, sind natürlich auch verschiedene Funkgeräte sowie ein militärischer und ein ziviler Transponder eingebaut.

Flugerfahrungen der PK16

Bis anhin durften wir doch schon einige Erfahrungen auf der PC-7 sammeln und keiner von uns möchte diese missen. Dieses Flugzeug ist jedem von uns eindeutig ans Herz gewachsen. Sei es der Sound und der Geruch der Turbine beim Anlassvorgang, das unbeschreibliche Gefühl bei Akrobatikflügen oder das Staunen, wenn man beim Start durch die Power des Flugzeuges in den Sitz gedrückt wird.

Ausserdem wird man von der Gutmütigkeit, der Wendigkeit sowie der Leistung dieser Maschine immer wieder aufs Neue überrascht. Speziell bei Durchstartmanövern merkt man die einsetzende Beschleunigung und das enorme Schiebemoment des Propellers. Hier wird gute Arbeit an den Ruderpedalen verlangt, um nicht völlig unkoordiniert umherzufliegen.